Senioren Union: Aufbruch in Magdeburg am 28./29. August 2025
Die 20. Bundesdelegiertenversammlung der Senioren-Union der CDU Deutschlands wählte neuen Vorsitzenden und verabschiedete das Magdeburger Memorandum
Die 20. Bundesdelegiertenversammlung der Senioren-Union im Magdeburger Maritim Hotel markierte einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte der CDU-Seniorenvereinigung. Über 200 Delegierte aus allen Bundesländern diskutierten zwei Tage lang über die Zukunft der Seniorenpolitik, verabschiedeten das „Magdeburger Memorandum“ und stellten mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden auch die personellen Weichen für die kommenden Jahre.
Hubert Hüppe neuer Bundesvorsitzender
Zum Höhepunkt der Versammlung wurde Hubert Hüppe (LV NRW), langjähriger Bundestagsabgeordneter und profilierter Sozialpolitiker, mit 73,3 Prozent der Stimmen zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Er setzte sich gegen den bisherigen kommissarischen Amtsinhaber Helge Benda durch. In seiner ersten Erklärung nach der Wahl betonte Hüppe Dankbarkeit und Demut: „Ich hoffe, ich enttäusche Sie nicht.“
Der 68-jährige Hüppe bringt jahrzehntelange parlamentarische Erfahrung mit. Seine Schwerpunkte lagen in der Gesundheits- und Bioethik sowie in der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen – Themen, die er auch künftig in die Arbeit der Senioren-Union einbringen will. In seiner Bewerbungsrede machte er klar, dass er die Vereinigung als „gewichtige Stimme innerhalb der CDU“ positionieren möchte. Die älteren Generationen, so Hüppe, seien Träger von Erfahrung und Verantwortung und müssten stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Wahl des neuen Präsidiums
Neben Hüppe wurden sechs Stellvertreterinnen und Stellvertreter gewählt:
Claus Bernhold, LV Baden-Württemberg (80,56 %),
Manfred Maurer, LV Saarland (79,44 %),
Helga Lucas, LV Schleswig-Holstein (76,11 %),
Elisabeth Ball, LV Hessen (72,22 %),
Astrid Birkhan, LV NRW (55 %)
und nach einer Stichwahl Rainer Hajek, LV Niedersachsen (54,76 %). Dr. Dieter Braun, LV NRWM wurde mit 66,3 Prozent zum neuen Bundesschatzmeister bestimmt.
Das Wahlergebnis unterstrich die breite regionale Verankerung der Senioren-Union und verdeutlichte zugleich, dass es dem neuen Bundesvorsitzenden gelungen ist, eine Mannschaft aus erfahrenen Kräften und neuen Gesichtern zu formen.
Das Magdeburger Memorandum
Zentrales politisches Signal der Bundesdelegiertenversammlung war das einstimmig beschlossene „Magdeburger Memorandum“. Es setzt fünf Kernforderungen für eine seniorengerechte Politik:
- Recht auf analoges Leben bewahren. Staat und Wirtschaft müssen auch künftig analoge Dienstleistungen garantieren – von Bankgeschäften bis zum Arztbesuch.
- Selbstbestimmung und Teilhabe stärken. Ältere sollen nicht als Belastung, sondern als Ressource für Gesellschaft und Ehrenamt anerkannt werden.
- Altersgerechte Pflege sichern. Reform der Pflegeversicherung, bessere Bedingungen für Pflegekräfte und mehr Unterstützung für häusliche Pflege.
- Altersarmut vorbeugen – Aktivrente ermöglichen. Steuerfreier Zuverdienst bis 2.000 Euro und gezielte Hilfen für besonders betroffene Rentnergruppen.
- Generationengerechtigkeit sichern. Politik soll Ausgleich schaffen, statt Jung und Alt gegeneinander auszuspielen.
Das 12-seitige Papier wurde als „programmatisches Fundament“ für die nächsten Jahre beschlossen.
Stimmen aus den Landesverbänden und der Politik
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Redebeiträge aus den Landesverbänden und von prominenten Gästen. Der Vorsitzende der Senioren-Union der CSU, Franz Meyer, eröffnete sein Grußwort mit einem eindringlichen Appell an die Delegierten: “Sichtbar sein und sichtbar bleiben, mit Erfahrungen Zukunft gestalten – also nicht lockerlassen. Das ist auf allen politischen Ebenen unser Auftrag der Senioren-Union.“ Er hob weiter hervor, dass es bei allen Forderungen nicht allein um die Ab-sicherung im Alter gehe, sondern um „eine Kultur der Anerkennung“ gegenüber denjenigen, die jahrzehntelang zur Stärke des Landes beigetragen haben. Bayern wolle, so sein Appell, bei der Umsetzung der Forderungen Vorreiter sein – gerade in den Bereichen Pflege und Digitalisierung.
Ministerpräsident Reiner Haseloff, Gastgeber aus Sachsen-Anhalt, würdigte in seiner Rede die Rolle der Senioren-Union als „verlässlichen Partner der Landes- und Bundespolitik“. Er betonte, dass die älteren Generationen Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft seien. „Ohne ihre Erfahrung, ihr Engagement und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, würde unserem Land ein entscheidendes Fundament fehlen“, so Haseloff. Zugleich unterstrich er die Bedeutung von Generationengerechtigkeit: Nur wenn die Interessen von Jung und Alt gleichermaßen berücksichtigt würden, könne gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen.
Debatten und Weichenstellungen
Die Beratungen in Magdeburg waren von lebendigen Diskussionen geprägt. Themen wie die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, die europäische Zusammenarbeit und Fragen der sozialen Gerechtigkeit zeigten die inhaltliche Breite der Senioren-Union. Viele der knapp 40 Anträge zielten darauf, die CDU in ihrem programmatischen Erneuerungsprozess aktiv zu begleiten.
Auch in der innerparteilichen Zusammenarbeit will die Senioren-Union künftig stärker mitwirken: Sie versteht sich nicht als reine Interessenvertretung einer Altersgruppe, sondern als Motor für ein Miteinander der Generationen.
Fazit: Signal des Aufbruchs
Die 20. Bundesdelegiertenversammlung der Senioren-Union war nicht nur Jubiläum, sondern auch Aufbruchssignal. Mit Hubert Hüppe an der Spitze, einem breit aufgestellten Präsidium und einem klaren inhaltlichen Kompass geht die Vereinigung gestärkt in die kommenden Jahre. Das „Magdeburger Memorandum“ bildet das programmatische Fundament, getragen von der Überzeugung: Alter ist keine Grenze – sondern Erfahrung in Verantwortung.
Landesvorsitzender der Senioren-Union Sachsen Landrat a. D. Frank Vogel ist Mitglied im Bundesvorstand mit Stimmrecht.